Geschichte Nochten-Boxberg

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Nochten | Boxberg | Sprey

 

 

 Evangelische Kirche Nochten

Die Geschichte eines Dorfes ist immer auf das Engste mit seiner Kirche verbunden. Das kleine Heidedörfchen Nochten macht hierin keine Ausnahme. Die erste Kirche dürfte eine Holzkirche gewesen sein, ähnlich der, die heute noch in Sprey bewundert werden kann.
Nach verheerenden Zerstörungen in Tzschelln während des 30 jährigen Krieges wurde dem Pfarrer eine Wohnung und ein“ Heideplan“ zugewiesen. Die Nochtener Kirche wurde somit zur Hauptkirche.“ Im Wechsel mit deutschen, wurden bis 1936 regelmäßig auch sorbische Gottesdienste gefeiert.

1346 Erstmalige urkundliche Erwähnung der Kirche in dem Meißner Bistumsmatrikel, welche in einer Abschrift aus dem Jahr 1495 überliefert ist, wird Nochten als „filia“ ( Tochterkirche )von Gablenz aufgeführt.

1540 Infolge der eingeführten Reformation treten auch die Gemeinden der Muskauer Standesherrschaft zum lutherischen Bekenntnis über.

1588 Nochten und Boxberg werden eingepfarrt und gehören zum Hauptpfarrort-Tzschelln.
Der erste Pfarrer dieser neugegründeten Parochie, war Simon Zabran.

1635 Übernahm Pfarrer Georgius Regius aus Forst die Pfarrstelle in Nochten, wie lange er bzw. seine Nachfolger tätig waren, läst sich leider nicht mehr nachvollziehen. Durch den 30 jährigen Krieg gingen alle diesbezüglichen Unterlagen verloren.

1647 Die Pfarrstelle in Nochten wird von Petrus Leschbar übernommen und im Jahr 1670 findet er hier seine letzte Ruhe.

1671 Durch Pfarrer Georg Cunnisius wird das älteste Kirchenbuch der Gemeinde begonnen.

1695 Anstelle der baufällig gewordenen alten Kirche wird ein neues Gotteshaus errichtet, welches in seinen Grundmaßen mit der heutigen Kirche übereinstimmt.

1699 Ein Lazarus-Stock ( Opferstock ) wird am Kirchenzaun aufgestellt.

1701 Der Altar von H. Dreyßgmarcken (ein Bildhauer aus Muskau ) gefertigt, wird in der Kirche aufgestellt.

1753 Die Kirche bekommt vom Grafen von Gersdorf eine kleine Glocke. In dieser Zeit erfolgen weitere Schenkungen von Leuchtern, Kelchen, Tischtüchern, Klingelbeutel einer Kanne und einem Kruzifix. In den folgenden Jahren wird auch das Gestühl eingesetzt, welches aus der Werkstatt eines Muskauer Schreinermeisters stammt.

1740 Die „ hölzerne Kirche“ fällt einem verheerenden Brand zum Opfer der fast das ganze Dorf in Schutt und Asche legt.

1741/42 Das Pfarr-und Schulgebäude wird bereits wieder aufgebaut.

1748/49 Durch die Hilfe des Patrons Johann Alexander Graf von Callenberg konnte die Kirche im Stil des Landbarock neu errichtet werden.

1759 Der Einbau der Emporen, des Gestühls und des Kanzelaltars erfolgen in diesem Jahr.
Die Spiegel der Emporen tragen sorbische Inschriften aus dem neuen Testament.

1848 Die Gemeinde feiert das 100 jährige Jubiläum der Grundsteinlegung der Nochtener Kirche.

1882 Der Blitz schlägt in die Kirche ein es kommt zu keinem Brand, aber ein Teil des Turm-und Kirchendaches wird dabei zerstört sowie große Stücke an der Decke und viele Kirchenfenster. Im Sommer wird die Kirche renoviert und im Innenraum ausgemalt, da schlug der Blitz im August erneut ein und abermals zerstörte er Turm und Dach, riss in die Decke Löcher und beschädigte die neue Vergoldung an Kanzel und Altar

1887 Die Gemeinde erhält einen in Sandstein ausgeführten Taufstein.

1899 Drei Bronzeglocken werden in den Dienst genommen, die Glockenweihe wird feierlich begangen. Leider werden zwei von ihnen im 1. Weltkrieg eingezogen. Lediglich die mittlere Glocke verbleibt in der Kirche.

1925 Der Patron Adolf Graf von Arnim schenkt der Gemeinde zwei neue Glocken, somit hatte die Kirche wieder ein Geläut aus drei Bronzeglocken. Wegen der starken Baufälligkeit des Dachreiters konnten diese jedoch nicht in Betrieb genommen werden.

1926 In den ersten September Tagen wird der Grundstein für den Bau eines massiven Turmes gelegt.

1934 Eine erneute Renovierung des Kircheninneren erfolgt. Am Erntedankfest findet eine Wiedereinweihungsfeier statt.

1948 Die evangelische Kirchengemeinde feiert das 200 jährige Jubiläum der Grundsteinlegung, zu dem Bischof Hornig aus Görlitz die Festpredigt hält.

1989 Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Nochtens tritt eine Frau den Dienst als Pastorin an. Frau Pastorin Christa Schröter kam in der Zeit des großen Umbruchs, viele Dinge die in den Jahren zuvor undenkbar waren , konnten nun infolge des Umbruchs in Angriff genommen werden. Auf der Basis von Eigenleistungen und finanzieller Förderung gelang es die Kirche zu Nochten grundlegend zu sanieren.

1995 Im Juli feiert die Gemeinde unter Anwesenheit von Bischof Wollweber und vielen Gästen ein großes Gemeindefest zur Fertigstellung der Außensanierung.

 

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Evangelisches Gemeindehaus Boxberg

Weil der Ort Tzschelln, ein Ort unserer Kirchgemeinde mit eigener Kirche im Zuge des Kohlenaufschlusses 1975 geräumt werden musste, wurde geplant die Kirche zu retten und diese nach Boxberg umzusetzen.
Jedoch wurde für diese Kirche der Denkmalschutz aufgehoben und die Kirche zum Abbruch freigegeben. Der Gemeindekirchenrat bemühte sich nun, die Genehmigung zum Bau eines Gemeindehauses zu erhalten.

1977 Durch Oberkonsistorialrat Dr. Hermann Winde wird die Zustimmung zur Baugenehmigung im Dezember beim Rat des Kreises Cottbus erwirkt.

1980 Am Pfingstmontag den 26.05. findet in Boxberg die Grundsteinlegung des Evangelischen Gemeindehauses statt. Die Predigt wird vom Bischof Dr. Wollstadt gehalten.

1982 Der Gottesdienstraum erhält einen Namen “Auferstehungskapelle“.
Der Glockenstuhl über dem Eingang zum Grundstück trägt die Glocken der wegen des Braunkohlentagebaus abgerissenen Kirche von Tzschelln.

1992 Das 10 jährige Bestehen wird am Erntedankfest mit einem Festgottesdienst, den Bischof Dr. Roggge hält, begangen.

1992 Eine Amtseinführung konnte die Evangelische Kirchgemeinde Nochten/Boxberg feiern, im Oktober wurde Christa Schröder zur Gemeindepastorin berufen.

1993 Frau Lisbeth Zeidler schenkt das Grundstück auf dem das Gemeindehaus steht der Evangelischen Kirchengemeinde.

 

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Evangelische Schrotholzkapelle Sprey

 

Urkundliche Erwähnung findet Sprey am 8. Juni 1552 im Urbarium ( Verzeichnis).
Der Ort soll um das Jahr Tausend als Verbannungsort des Grafen zu Muskau entstanden sein.
Die Schrotholzkirche , deren Vorgänger um das Jahr 1522 entstanden sein soll, belegt das der Ort älter ist. Die Schrotholzkapelle steht am Nordende des Dorfes und ist von einem kleinen Friedhof umgeben.

1520 Bischof Johann von Meißen genehmigte die Errichtung einer Kapelle zu Ehren der Heiligen : Sebastian – Fabian – Rochus und Anna.
1780 Nach totaler Verwahrlosung der alten Holzkapelle wird diese gänzlich renoviert. Aus mit Schrotsägen hergestellten Balken ohne Verwendung von Nägeln entsteht eine wunderschöne Schrotholzkapelle.
Die Fenster sind Butzenscheiben in Blei gefasst, das Schindedach ist aus erzgebirgischen Schiefer.

1890 Bis zu diesem Jahr ist die Spreyer – Kirche eine Tochterkirche der sorbischen Andreaskirche in Muskau.

1949 Die Kriegseinwirkungen hinterlasen Spuren ,die Kapelle wird auf einen neuen Sockel gesetzt und restauriert.

1951 Der Dachreiter wird aufgesetzt, die darin aufgehängte Glocke ist eine Schiffsglocke.

1962-1965 Der Altaraufsatz ist ein schlesischer Fünffigurenschrein aus etwa dem 14 Jahrhundert. Der Schrein wurde in den Jahren 1962 bis

1965 im Institut für Denkmalpflege in Dresden restauriert, wodurch die ursprünglichen Farben ( goldener Grund, blau im Maßwerk, rote Rahmenleiste ) wieder zur Geltung kamen.

1965 Das Taufbecken wurde restauriert und trägt die sorbischen Farben weiß und blau.

1997 bekommt die Kirche ein neues Schindeldach.

 

 

Notes

  • Luther war in Klitten

    ein Theaterstück
    von Werner Hippe
    (alle Rechte bei
    Werner Hippe)

    der Text