Geschichte Klitten

 

Die Kirche zu Klitten wird 1346 erstmals urkundlich in dem Meißner Kirchenmatrikel erwähnt und unterstand damals dem Bischof zu Meißen. Die massiv erbaute Kirche mit Zwiebelturm und hohem Dach liegt mit dem sie umgebenen Friedhof in mitten des Dorfes.

Wann die Klittener Pfarre errichtet worden ist, kann nicht mit Gewissheit bestimmt werden. Am 8. November 1896 feierte die Kirchengemeinde Klitten das 550 jährige bestehen ihres Gotteshauses.

Ihre Vorkriegsgestalt erhielt die Kirche in den Jahren 1769 bis 1773 unter Johann Karl von Metzradt. Die letzte große Renovation vor der Zerstörung 1945 fand 1904 statt. Sie wurde durch Wilhelm von Jena, Gutsherr auf Jahmen und Pastor Friedrich Mehlig veranlasst. Danach galt sie als eine der schönsten barocken Dorfkirchen Schlesiens. 1945 fiel die Kirche einem Brand zum Opfer. Das Dach und die ursprünglich barocke Ausstattung wurden unwiederbringlich zerstört. Lediglich die Glocken, das Altarbild, Leuchter und die Taufschale sind noch aus der alten Kirche erhalten geblieben. 1947 – 1950 erfolgte der Wiederaufbau unter Pfarrer Dr. Alpermann.

Die Entstehung, Geschichte und Baugeschichte

Die erste Kirche ist im 12 oder 13 Jahrhundert erbaut worden. Sie hatte die Größe des jetzigen Altarraumes

1346 wird die Kirche erstmals urkundlich in dem Meißner Bistumsmatrikel erwähnt

1555 Erweiterungsbau der Kirche. Das eigentliche Kirchenschiff wurde von Kaspar von Nostitz als Patron aufgebaut.

1587 Erhielt die evangelische Kirchengemeinde die wertvollen Altarbilder aus der Schule Lucas Cranach d. Jüngeren. Stifter ist Graf Kaspar von Nostitz. Durch das beherzte Handeln des Ortspfarrers Dr. Alpermann konnte dieser schöne Altar 1944 vor den Flammen gerettet werden.

1606 Einführung der Reformation in Klitten. Der erste evangelische Prediger von dem die Akten berichten, ist Johann May.

1643 Schwedische Soldaten zünden u.a. das Pfarrhaus an. Alle historischen Aufzeichnungen wurden vernichtet. Im Jahr 1646 wird das zweite Pfarrhaus errichtet

1658 Johann Mentzer der bedeutende Kirchenlieddichter wird in Jahmen geboren und in der Klittener Kirche getauft.

1713/14 Der Glockenturm wird neu gebaut. Er kommt an die Stelle des hölzernen Glockenturms, der nur zwei Glocken getragen hatte.

1769-1773 Unter Johann Karl von Metzradt wurde die Kirche erneuert und barockisiert .

1857 Baut der berühmte Orgelbauer Ladegast aus Weißenfels eine neue Orgel.

1896 Am 8. November feiert die Kirchengemeinde Klitten das 550 jährige Bestehen.

1899 – 1928 Betreuet die evangelische Kirchengemeinde Pfarrer Mahling. Er spricht in deutsch und wendisch.

1904 Veranlasst durch Wilhelm von Jena, Gutsherr auf Jahmen und Pastor Friedrich Mahling

wird das ganze Gotteshaus großzügig renoviert und der gesamte Altarraum ausgemalt. Die Sakristei wird umgebaut und der Turm mit einem neuen Geläut versehen. Im ersten Weltkrieg mussten die Glocken abgeliefert werden.

1909 Ein neues Pfarrhaus wird gebaut. Das alte von 1646 muss wegen Baufälligkeit weichen.

1924 Die Kirche bekommt ein neues Geläut aus Gusstahl Sie tragen folgende Inschriften:

„Man nahm euch Glocken in eherner Zeit...“ (große Glocke)

Hebr.13,8 „Jesus Christus, gestern und heut und derselbe auch in Ewigkeit“ (kleine Glocke)

Jer.22,29 „O Land, Land, Land höre des Herrn Wort“ (mittlere Glocke)

1929 – 1937 Herr Pfarrer Nay ist für die Gemeinde Klitten zuständig

1930 Der Dachstuhl des Pfarrhauses brennt, er konnte jedoch gelöscht werden, es entstand Wasserschaden.

1933 Es wird die Pfarrscheune zum Gemeindehaus umgebaut

1934 Der Kirchturm wird mit 14 Zentnern Kupfer gedeckt, es ist die letzte Kupferbedachung welche in Schlesien erlaubt wurde.

1937 – 1950 Pfarrer Dr. Alpermann betreuet die Kirchgemeinde.

Während des Krieges diente das Pfarrhaus als Lazarett

1945 Es ist der 29. April in den Vormittagsstunden brennt die Kirche sowie weitere Gebäude der Ortschaft. Beim Brand stürzt der Kirchturm in das Innere der Kirche . Der Glockenstuhl senkt sich mit den Glocken herab, welche nicht schmelzen, weil sie aus Stahl sind. Von der Kirche stehen nur noch die Grundmauern.

Altarraum und Orgelempore vor dem Brand 1945

 

 

1947 Am 29 Juni wird der Wiederaufbau der Klittener Kirche unter tatkräftiger Führung von Pastor Dr. Alpermann und des Gemeinenkirchenrats nach einem Rüstgottesdienst im Gemeindehaus in Angriff genommen.

Predigttext Haggai 1,8:“Geh hin und baut mir das Haus, das soll mir angenehm sein und will meine Ehre zeigen, spricht der Herr.“

Schon am 20 September
desselben Jahres konnte in Anwesenheit von Bischof Hornig das Richtfest gefeiert werden. Am 28. November erhielt der Turm eine Wetterfahne mit der Zahl 1947. Am 30. Juni beginnen die Holzarbeiten das Material ist nur gegen Naturalien zu haben. 6 Wochen dauern die Vorarbeiten für das Richten des Kirchschiffes und der früheren Loge.

1949 Kommt aus der Frauenkirche Görlitz eine barocke Kanzel in die Klittener Kirche, sie ist eine Schnitzarbeit von Johann Gottlob von Rodewitz aus dem Jahr 1708

1950 Die festliche Weihe des Gotteshauses erfolgt am 12. März. Die vom Ortspfarrer gestellte Aufgabe war eine getreue Wiedergabe des äußeren Bildes der alten Kirche, das nach Fotografien und Mauerresten festzustellen war. Das Werk war gelungen. Am 09. Juli fand in Verbindung mit der Einführung von Pfarrer Wilhelm Fuhrmann die Weihe der neuen Orgel statt

1950 – 1976 In diesem Zeitabschnitt ist Wilhelm Fuhrmann Pfarrer in Klitten.

1953 Der Gemeindekirchenrat beschließt auf Anregung seinen Vorsitzenden Friedrich Mahling die Anschaffung von 5 Posaunen. Seine Blütezeit erlebte dieser Posaunenchor unter Pfarrer Ney, der selbst Bläser war.

1959 Einbau der elektrischen Fußheizung beschlossen.

1973 Gottfried Ballack rüstet mit seinen Leuten den Kirchturm ein, es folgen Dachdeckerarbeiten und anschließend verputzen die Maurer unter Leitung von Hans Mucke den Kirchturm.

1974 Die Kirche wird von außen geputzt und erhält eine neue Kupferdachrinne.

1983 Das 30 jährige Bestehen des Posaunenchors wird feierlich begangen.

1989 Pfarrer Siegfried Fischer kämpft mit seiner Gemeinde um den Erhalt Klittens.

1989 Die Klittener Bürger kämpfen um ihre Heimat, welche dem Tagebau weichen soll.

Beten für Klitten Briketts werden mit dieser Aufschrift versehen und beim Görlitzer Kirchentag verkauft .Glockengeläut und Friedensgebet Pfarrer Fischer spricht sich für aktive Christen aus.

1990 Feiertagsstimmung in dem kleinen Ort in der Lausitz. Gemeinsam haben sie es geschafft, die Kirche und der Ort mit seinen Bewohnern müssen dem Braunkohletagebau nicht weichen.

1995 Es liegt die Planung für die gesamte Innenrenovierung vor.1996 sollen die Arbeiten beginnen und 2000 abgeschlossen sein. Anlass hierzu ist die Wiedereinweihung der Kirche vor 50 Jahren.

1997 Klitten hat seinen Engel wieder in ihren ausgestreckten Händen hält er eine aus dem Jahre 1774 stammende Taufschale. Der Engel ist eine Kopie aus dem Jahre 1699.

Gesponsert wurde die Restauration durch die Partnergemeinde Großenkneten.

1999 An das Gemeindehaus erfolgt ein Anbau mit neuen Sanitäranlagen

2009 Ostermontag - Einweihung des neuen, hölzernen Glockenstuhles

2009 Im August beginnen die Sanierungsarbeiten am Gemeindehaus unter anderem wird der Dachstuhl erneuert.

Notes

  • Luther war in Klitten

    ein Theaterstück
    von Werner Hippe
    (alle Rechte bei
    Werner Hippe)

    der Text